Wachsen braucht Zeit

Mittwoch, 30. Juli 2025

Doris Zemp, Seelsorgerin Doris Zemp, Seelsorgerin

In den Gemüsegärten grünt und blüht es – und manche Früchte der Erde können bereits geerntet werden: Kohlrabi, Broccoli, Zucchetti oder zarte Bohnen. Ich denke dabei an meine Mutter, die auch im fortgeschrittenen Alter noch liebevoll ihren Garten pflegt. Für sie ist es jedes Jahr eine stille Freude, wenn sie nach wochenlangem Jäten, Wässern und Warten ihr eigenes Gemüse auf  dem Teller geniessen kann. Diese Freude ist verbunden mit Dankbarkeit und mit der Genugtuung, dass sich Geduld und Mühe gelohnt haben.
Wachsen und Reifen brauchen eben ihre Zeit und manchmal auch etwas Wetterglück.

Und ist es bei uns Menschen nicht ganz ähnlich?
Auch wir wachsen und reifen in unserem Leben – in unseren Beziehungen, unseren Aufgaben und Herausforderungen.
Manchmal sind es kleine Schritte, manchmal grosse Sprünge. Und oft braucht es auch bei uns Geduld, Vertrauen und Menschen, die uns auf diesem Weg begleiten.
Gerade in diesen Augusttagen beginnen viele junge Menschen ihre Lehre oder treten ins Berufsleben ein. Für sie beginnt ein neuer Lebensabschnitt, gefüllt mit Unbekanntem, Herausforderungen und vielleicht auch mit Unsicherheiten. Es wird Zeit brauchen, sich in den Arbeitsalltag einzugewöhnen, Neues zu lernen, Verantwortung zu übernehmen. Und das ist in Ordnung so. 

Mögen diese jungen Erwachsenen Menschen um sich haben, die ihnen mit Wohlwollen begegnen, die Geduld mit ihnen haben und ihnen helfen zu wachsen.

Denn Wachsen – ob im Garten oder im Leben – braucht Zeit und Vertrauen.