Keine Herren und keine Knechte

Donnerstag, 29. Januar 2026

Andreas Barna, Leitender Priester Andreas Barna, Leitender Priester

Wenn die Lichter angehen und die Musik ertönt, betreten die Darsteller die Bühne. Jetzt beginnt das Stück. Was im Theater selbstverständlich ist, hat in den letzten Jahrhunderten auch in der Kirche Einzug gehalten und immer mehr Raum für sich beansprucht. Die Scheinwerfer richteten ihre Lichter auf die Geistlichen, als wären sie die wichtigsten Personen in der Kirche.

Doch ein Gottesdienst ist keine Bühne für den «Herren». Es ist ein gemeinsames Beten, Feiern und Gestalten. Im Mittelpunkt dieser Handlung steht die Ewige und Lebendige, Gott.
Die Feier beginnt schon, wenn die Gemeinde sich versammelt. Also wenn bereits zwei oder drei Personen in der Kirche sind. Das kann zum Beispiel zehn Minuten vor dem Glockenschlag sein. Der Gottesdienst beginnt also nicht mit dem Einzug der Liturgieleitenden oder mit der liturgischen Begrüssung, sondern mit der Besammlung der Teilnehmenden im Kirchenraum. Um das Gewicht weg von den Seelsorgenden und hin zur Gemeinschaft zu verdeutlichen, hat das Seelsorgeteam des Pastoralraums entschieden, mit der Orgelmusik drei Minuten vor der offiziellen Zeit zu beginnen. Die Musik eröffnet unsere Feier, stimmt uns ein und verbindet die Anwesenden miteinander.