Hilft der Blasiussegen gegen Halsschmerzen?

Donnerstag, 29. Januar 2026

Vor Kurzem erzählte mir eine Frau davon, wie ihre verstorbene Mutter jeweils in Gewitternächten das Haus mit einem gesegneten Palmbürdeli segnete und mit dieser Segenshandlung Schutz vor Gefahr erbat. Gesegnete Gegenstände, gesegnete Kerzen, gesegnete Brote und Segenshandlungen wie der Blasiussegen gehören zu unserer katholischen Tradition. Doch welche Bedeutung geben wir ihnen in einer Zeit, in der das rationale Denken das magische Denken und Glauben weitgehend abgelöst hat und wir zum Glück gut informiert sind, was uns gegen Feuersbrunst und Halskrankheiten schützen kann? Haben Segensrituale da überhaupt noch einen sinnvollen Platz?

Ich denke schon. Segensrituale, seien es die individuellen – zum Beispiel wenn Eltern ihr Kind vor dem Schlafengehen liebevoll mit einem Kreuzzeichen segnen – oder eben die traditionell kirchlichen, sie haben eines gemeinsam: Sie öffnen uns einen Raum, in dem wir uns daran erinnern lassen, dass wir nicht nur auf uns selbst gestellt sind, sondern verbunden sind mit etwas Grösserem. «Segen spricht das Versprechen von wärmender Heimat und ungebrochener Zuwendung aus», schreibt dazu Giannina Wedde in ihrem empfehlenswerten Buch «In deiner Weite lass mich Atem holen.»*
Und zudem unterbricht jedes Segensritual einen Moment lang den Alltag und kann uns das Kostbare in unserem Leben neu bewusst machen, sei es das tägliche Brot, das Licht im Dunkeln, unsere Gesundheit oder den Menschen an unserer Seite.

Edith Pfister

*Giannina Wedde «In deiner Weite lass mich Atem holen. Segensworte für die Lebensreise», Vier-Türme-Verlag