Blühende Schönheit

Donnerstag, 30. April 2026

Beat Keller, Katechet und Seelsorger Beat Keller, Katechet und Seelsorger

Blühende Obstbäume gehören mitunter zu den schönsten Geschenken der Natur. Ob wohl es von Jahr zu Jahr verschieden ist, blühen meistens die Apfelbäume Anfang Mai. Im Gegensatz zu den Birnbäumen, die zeitlich früher weiss blühen, sind die Blüten  der zukünftigen Äpfel rosa eingefärbt. Es ist so schön, sie anzusehen, dass einige Kantone wie zum Beispiel der Kanton Thurgau, der auch als Mostindien bekannt ist, «Blueschtfahrten» oder Wanderungen durch die blühende «Obstwelt» anbieten.

Sie treffen einen Nerv der Zeit. Denn blühende Pflanzen zu bewundern, ist etwas Kontemplatives und steht im Gegensatz zur Hektik unserer Welt mit ihrer stetig fordernden Zielgerichtetheit. Staunen können über die Schönheit und die Phänomene der Welt, darüber haben schon die «alten Griechen» philosophiert. Staunen ist laut Aristoteles der Anfang der Philosophie. Die christlichen Kirchenväter haben dann das Staunen als Bewundern übernommen und es von der Natur auf die Grösse, Allmacht und Güte Gottes gelenkt.
Die bewundernswerte Schönheit der Welt wird zu einem Spiegel für die Erhabenheit des Schöpfergottes. Sind wir heute noch offen für die Schönheit der Natur und können wir sie als Spuren deuten, die auf die Pracht Gottes hinweisen? Können wir diesen Gott erkennen, der nicht nur in der Eleganz der Natur da ist, sondern auch in unserem Leben präsent sein will?