Begleitgruppe Santenberg und Umgebung

Mittwoch, 30. Juli 2025

DA-SEIN mit Achtsamkeit

Seit gut zwei Jahren engagiert sich die freiwillige „Begleitgruppe Santenberg und Umgebung” über die Gemeinden Altishofen-Ebersecken, Egolzwil, Wauwil, Nebikon und Schötz-Ohmstal, für schwerkranke und sterbende Menschen. Sie stehen Betroffenen und ihren Angehörigen in der letzten Lebensphase mit Zeit, Präsenz und Mitgefühl unterstützend zur Seite.

Nach einem etwas holprigen Start konnten die Begleiter*innen inzwischen zahlreiche Einsätze zu Hause, in den umliegenden Spitälern, im Zentrum Biffig und in anderen Alterszentren durchführen.

Dabei beschränken sich die Begleitungen nicht nur auf die letzten Stunden des Lebens. Immer häufiger übernehmen die Freiwilligen auch die Betreuung von unruhigen oder schwerkranken Menschen, um Angehörige oder Pflegepersonal stundenweise am Tag oder nachts.

Die Gruppe besteht inzwischen aus zwölf Personen, die alle den Caritas-Kurs «Begleitung in der letzten Lebensphase» besucht haben. Manuela Hodel, Hanni Räber und Walter Vonarburg erzählen von ihrer Motivation und ihren Erfahrungen als Begleiter*innen.

 

Manuela Hodel, Schötz

Motivation zum Kurs

Für mich ist die letzte Lebensphase keinesfalls etwas Unangenehmes, im Gegenteil, ich bin davon überzeugt, wenn man das Leben so gestaltet und lebt, wie man es sich wirklich wünscht, braucht man keine Angst zu haben vor der letzten Lebensphase.

Ich hatte schon vorher sehr viel mit dem Tod zu tun, dabei habe ich festgestellt, dass es Menschen gibt, die sich davor fürchten allein zu sein, wenn es um den letzten Weg geht. Ich habe auch festgestellt, dass sehr viele Menschen gar niemanden mehr haben, der sie begleiten könnte auf dem letzten Weg, andere fühlen sich beim Gedanken überfordert, ihre Familienmitglieder in der letzten Lebensphase zu begleiten.

All dies hat mich dazu bewegt, den Kurs zu besuchen. Ich dachte ich kann sehr viel für andere Menschen tun. Aber das war noch längst nicht alles. Ich habe in diesem Kurs auch sehr viel über mich selbst herausgefunden. Ich konnte Krisen aus vergangener Zeit, welche ich glaubte, schon längst überwunden zu haben neu aufarbeiten und endgültig abschliessen. Gerade dieser Prozess macht es mir nun so einfach mich mit meinem letzten Lebensweg auseinander zu setzten, da ich mein Leben «aufgeräumt» habe.

Ich finde es einfach schön, für andere Menschen da zu sein.

Eine besondere Erinnerung

Ich war die ganze Nacht über bei der Person, sie hat viel geschlafen und nahm mich kaum war, dachte ich jedenfalls. Am Morgen, als ich mich von ihr verabschiedet habe, machte sie die Augen auf, nahm meine Hand und flüsterte mir zu: «Danke, dass ich nicht allein sein musste, die Nacht.» Diese Zufriedenheit und Entspanntheit in ihrem Gesicht werde ich nicht mehr vergessen. Diese kleine Geste dieser Person hat mich so sehr erfüllt. Diese Dankbarkeit für ein bisschen meiner Zeit, bestärkt mich immer wieder aufs Neue, für andere Menschen da zu sein, wenn sie es brauchen und wünschen.

 

 

Hanni Räber, Wauwil

Ganz anderes Thema

Ich wollte mich ganz bewusst mit anderen Themen, als jenen der Arbeitswelt, befassen und mir damit ganz neue Erfahrungen aneignen. Das im Kurs Gelernte zeigte Möglichkeiten auf, einen sinnvollen Beitrag an die regionale Lebensgemeinschaft zu leisten. 

Wir alle profitieren bewusst oder unbewusst, offen oder verdeckt von ehrenamtlichen Leistungen. Dies ist für mich eine Möglichkeit, meinen Beitrag an die Gesellschaft meiner Umgebung zu leisten und mich sinnstiftend einzusetzen. So konnte ich schon Einsätze im Spital Sursee, im Zentrum Biffig, in der Weihermatte Menznau und privat machen.


Herausforderung

Jeder Anfang ist eine Herausforderung. Eine neue Person kennenzulernen und herauszufinden, was diese Person jetzt gerade benötigt und wie ich mich am besten verhalten kann, um diesen Bedürfnissen nachzukommen und die gemeinsame Zeit für diesen Mitmenschen am angenehmsten zu gestalten

 

Walter Vonarburg

Eigene Erfahrungen mit dem Tod

Die Fragen um Leiden, Tod und Leben haben mich schon immer interessiert.

Um den plötzlichen Tod meines Vaters zu verarbeiten, hat schon meine Mutter in einer Begleitgruppe mitgearbeitet. Der Umgang mit Leidenden und Sterbenden ist eine reiche Erfahrung und hilft mir zu leben.

Eindrückliche Erlebnisse

Meine Einsätze waren im Spital, in Alters- und Pflegeheimen. Es waren Sitzwachen durch die Nacht. Oft gab es noch gute Gespräche, manchmal aber zeigten Augen-Blicke und Gesten die Bedürfnisse der Personen. Die Mitarbeit des Pflegepersonals war immer eine Hilfe und gab mir auch Sicherheit.

Einmal habe ich das langsame Sterben einer Frau miterleben dürfen. Von der Massage der schon kalten Füssen am Abend, dann durch eine friedliche Nacht, bis zum Eintreten der letzten, etwas turbulenten Phase am Morgen, durfte ich dabei sein und sie begleiten.

Das alles hat mich sehr beeindruckt.

 

Kontakt

Begleitgruppe Santenberg und Umgebung
Doris Zemp / Melanie Schuler
041 980 09 77

info@begleitgruppe-santenberg.ch

www.begleitgruppe-santenberg.ch