Adventliches Hoffen im Sommer

Montag, 31. August 2026

Doris Zemp, Pfarreiseelsorgerin Doris Zemp, Pfarreiseelsorgerin

«Ich warte auf Regen», sagte mir kürzlich ein Mann aus dem Dorf.
Ja, nach vielen trockenen und heissen Wochen warten wir alle darauf, ganz besonders aber die Felder, Gärten und Wälder, die das ersehnte Wasser dringend brauchen.
Ich habe wohl noch nie so oft auf die Meteo-App geschaut wie in diesem Sommer. Wird die nächste Gewitterfront auch uns ein paar Tropfen bringen? Oft fällt nur
wenig Regen, gerade genug, um die Luft etwas abzukühlen.
Also warten wir weiter: auf dunkle Wolken, auf ausgiebigen Regen, auf die ersehnte Wetterveränderung. 
Dieses sehnsüchtige Warten erinnert mich an den Advent. Auch dann leben wir in der Erwartung: Wir warten auf Weihnachten, auf das Licht, das mit Jesus in die Welt kommt.
Die Menschen damals lebten unter fremder Herrschaft und sehnten sich nach Frieden und Gerechtigkeit. Wie lange sie auf den verheissenen Erlöser warten mussten, können wir nur ahnen. 
Auch wir wissen nicht, wie lange unser Warten auf Regen und angenehmere Temperaturen noch dauert. Vielleicht ist das ersehnte Nass bereits gefallen, wenn Sie diese Zeilen lesen.
Vielleicht liegt genau darin die Botschaft des Wartens: Es hält unsere Sehnsucht wach und unsere Augen offen für das, was kommen wird. So erleben wir mitten im Sommer etwas wie einen kleinen Advent, eine Zeit des hoffnungsvollen Wartens.

Ich wünsche Ihnen Geduld, offene Augen für die kleinen Zeichen der Hoffnung und bald den ersehnten Regen.